abatschn apachen siehe: winedu
aududln sich langsam und genüsslich, gerne auch mittags (siehe: menüölung) betrinken
aufanaund aufeinander (stehen, liegen, böse sein) arab.: al fu n´chaid bücherschrank
augrend angelaufen, beschlagen, z.b. windschutzscheibe eines ferschtaferaris (s.ebd.); infolge eines unfalls/anpralls beeinträchtigte gehirnleistung bisd wo augrend oda wos?
augriad angerührt (auch pudding), beleidigt, gekränkt
augschitt betrunken, geistig unterbemittelt
aulaana anlehnen, jem. einen korb geben, losds mi do auglaand so lasset mich doch (endlich) in ruhe
ausblosn ausblasen sascha, gee hea do und blos ma in howü aus aufforderung an den auszubildenden jungtischler
ausdsukkn durchdrehen
ausschdalian beanstanden, tadeln
aussewuzln hinaustragen, hinauswerfen, (sich) entfernen
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baam baum an – aufschdön etwas verweigern, verhindern
bangl kleine bank a – reissn sterben, den löffel abgeben
bania backteighülle, gewand
bapm mund hoid di bapm! schweig!
bäulisian bäule gee
bedsi kleiner bär, bester freund vom kaschbal siehe auch: schbezi
beischdödischal ein kleiner beistelltisch, meist in nieren- oder milzform
beischl lunge, – reisser starke zigaretten, a beischl mid knedl schweinzlunge (plus herz und zunge) mit einem semmelnknödel in einer lichten einmach (mehlschwitze) und gewürzen (salz) bair.: saures lüngerl
beisl (kleine)kneipe, beiz
besalbak 'beserlpark' früher eine armselige kleine parkanlage mit verhungertem gesträuch (das mit kleinen besen verglichen wurde); heute leider ausgestorben.
bflanz fopperei
biaschal ein kleiner bursche
bischal ein kleines büschel
blaad übergewichtig, aufgebläht
bleed blöd serbokroat. bled
blazzn heftig weinen
bleamaln siehe: bleamün
bleampü tollpatsch (auch weibl.)
bleamün blumen
blunzn blutwurst, bleede – zimtzicke
blunznfett sturzbetrunken, stockbesoffen
bodschn hausschuhe di – schdrekkn hinscheiden, sterben
bog (leder)schuh pl. beg die beg aufschdön hinscheiden, sterben
bomale langsam, bedächtig, gemüthlich ital.: bomodoro
brandinesa likörstübchen, branntweiner mit werktätigenfreundlichen öffnungszeiten
bresln brösel moch do kaane – mach keine schwierigkeiten
buifal medikamente, tabletten
buis puls i rizz ma´n – ich schneide/ritze mir die pulsader(n) auf
bumpal kleine pumpe, herz
büsln ein nickerchen machen, schlafen
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dedschn ohrfeige
deppnschdeia deppensteuer, wird
von den besucherInnen der admiralcasinos in millardenhöhe an die firma novomatic bezahlt; die einzige steuer mit suchtgefahr
doppla eine doppel(2)literflasche wein
draam traum, balken
driwahaun
siehe: driwalossn
driwalossn darüberlassen si hod eam driwalossn: er durfte sie erkennen
dsaach zäh, langweilig
dsaumschwabmn sich hemmungslos betrinken a dsaumgschwabde lewa eine krankgesoffene leber
dseidl eine kurze zeitspanne s.a.: seidl
dseidlich zeitig, früh
dseisalwogn ein- od. zweispänniger mietwagen
dsenta mittelstürmer chin.: tsen tao polster, kissen
dsepalboika polka schnell
dsiaklludscha siehe: inschenea
dsidsalweis kleinweise, nach und nach
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eggschdiabian exstirpieren, ein erkranktes organ oder eine geschwulst vollständig entfernen
eibaggn einparken übertr.: etwas (z.b. penis) in die scheide einführen und wmgl. dort belassen
einaan einnähen, sich etwas unter den nagel reissen, stehlen
einereibm hineinreiben, deutlich klarmachen
eiweimpaln sich einschmeicheln
eizal, euzal ein wenig, eine kleine menge
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faam (bier)schaum engl.: foam
fadsindn anschwärzen, denunzieren span.: fazienda kleiner hausaltar
fakuma verkommen, zugrunde gehn
fanodan vernadern, denunzieren
fapozzn verpatzen, jem. etwas vergällen
faread verheult, traurig
feigal veilchen, blaues auge
ferschtaferari försterferrari übertr.: vorzüglich von mödlinger juweliersgattinen und deren söhnen in der wiener innenstadt in verkehr gesetzte, panzerartige, allradgetriebene und radfahrerInnen vor sich her treibende fahrzeuge mit besonderer geländegängigkeit (wollzeile, operngasse, irakkrieg) und übermäßig hohem benzinverbrauch.
feschak schönling
fescha kampl fescher kamm siehe: feschak
fiadl ein viertel liter (wein), un quarto
flamodschal kleiner hunger, gusto franz.: flameau steppenbrand
foiksschui volks- oder grundschule
fridattn julienne geschnittene pfannkuchen, beliebte (bei denen, die fridatten mögen) suppeneinlage
funsn eingebildete frauensperson
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gachbrunzad an vorzeitigem samenerguss (ejaculatio praecox) leidend(?)
gaddehosn lange, weiße herrenunterhosen ungar. gatya
gagalgöb (ei)dottergelb sehet auch: gogaln nicht aber: gakkn
gakkn defäkieren
garasch garage übertr.: scheide
geangros (ehem.?) kaufhaus auf der mariahilferstraße, wichtigtuer übertr.: penis
geed an o, des das geht jem. ab, fehlt jem. (z.b. ein achterl)
gfäude schmee schlechte witze, böse tricks
giftn, si sich giften, sich ärgern
glaane kleine mei- lebensgefährtin
glak chapeau claque, zylinderhut
glosscheabmbongo glasscherben(bongo? vergl. frank zappa: bongo fury) brillenträgerIn
gniara knieer, unterwürfiger mensch, opportunist, s.a.: oaschgräula
goa gar olas is – alles ist vorbei, alles ist schön durchgebraten, gargekocht
gogaln hoden, eier
goisara von hubert von goisern und martin heidegger gerne getragene halbschuhe, ursprünglich aus bad goisern
goladschn kleines plunder- oder blätterteiggebäck, tschech.: kholac kohlhaase
graffü, graffüwerch unnötiges zeug
grantln üble laune verbreiten, nörgeln, sich der mieselsucht ergeben
graudara 'krauterer' ein untüchtiger, mürrischer, ausschl. männlicher mensch
gree kren, meerrettich fia sowos do bin i a gree da weiß ich bescheid
greidln kräuter
griagl ein krügel bier, 0,5 liter s.a.: seidl
grind räude, schorf, schmutzkruste
gris geriss, starkes begehren
grosgoschat großmäulig
growla männl. person, die sich langsam, ‘krabbelnd‘ bewegt und andere – meist weibl.– personen sexuell belästigt indem sie diese ogrowüd; siehe auch: christian dietrich grabbe: die hermannsschlacht
gschaftlhuawarei 'geschäftshuberei' wichtigtuerei, vereinsmeierei
gschamsdara liebhaber gschamsda dina gehorsamster diener
gschbasettln kleine spässe, lustige streiche, humoristische skizzen (sketschis)
gschdö stellage, körperl. gestalt, statur
gscheade 'geschorene' derbe, einfältige menschen für «echte» wiener die «landbevölkerung», für die «echte»
landbevölkerung die «wiener»
gschloda getränk von minderwertiger qualität
gschroppm kleine kinder tirol(er)isch: gschrapp zerbröckeltes gestein auf wegen
gsöchds geräuchertes (und gekochtes) schweinefleisch; dazu reicht man kraut und klöße
oder kartoffelmus; gsöchda midn heislschme magerer kettenraucher mit abtrittshumor
gugaschekkn sommersprossen nach den bräunlichen flecken am bauch des kuckucks
gwastln quasten, bömpeln
gwön quälen gwö mi ned ...
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hamdran sich umbringen, nach hause gehn
haggsn haxe, bein, beine si an – ausgfrein vor freude ein bein verlieren
hansl anthologie von bierresten
hapfn bett si in d´– haun zu bett gehen
hatschn widerwilliges gehen
hausfreind 'hausfreund' eine längliche, harte und haltbare mehlspeise; auch liebhaber der ehefrau des herrn des befreundeten hauses
hausschdaubmübm die gemeine/n hausschdaubmilbe/n

hawan fr/essen howan hawan wia di ressa hafer fressen wie die rösser
hawara freund, liebhaber, bekannter jidd. chaver genosse
heagod herrgott, höheres wesen
heazkaschbal herzinfarkt siehe auch: bedsi
heirichn buschenschank, weinlokal, heuriger
heislschme kleinhäuslerhumor, abtrittswitz
hi kaputt i bin – ich bin tot
hokkn erwerbsarbeit, hacke, beil di – rennd ein guter geschäftsgang
howan hafer chin.: ho wan getreide
hudln sich beeilen, schusseln, schüsseln (speed kills)
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inaranaund ineinander (verstrickt, verhäkelt, verschlungen) siehe auch: aufanaund
inschbegda inspektor (polizei-, schul-, gewerbe- etc.) laut major adolf kottan gibt es keinen!
inschenea ingenieur s.a. dsiaklludscha
iwadriwa überdrüber, z.b. das neue buch von bastian von streckband-karre-turnertaxi
iwadrogn übertragen, sekand händ a iwadrogane bania gewand aus zweiter (n-ter) hand
iwan russ. vorn. johann s.a. schani untan iwan heds des ned gebm ... (ostösterr. redensart)
iwaschdundn überstunden
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kampü kamm mhd. kambe, kamme kämpe, kamerad; a fescha kampü ein fescher kerl
kanifün quälen, drangsalieren
kaschbal kasper, lächerlicher mensch, beliebter serienheld siehe auch bedsi
keifn keifen, zanken
kewün schimpfen
kinettn, di abzugsgraben auf der sohle eines festungsgrabens (?)
kiwara polizeibeamter etym. siehe kowara
kowara wirt, zuhälter, inhaber eines bordells jidd. kowo: schlafkammer, bordell
kowarin wirtin, puffmadam, kupplerin
klewön die hände etym.: klebrig
klumpat, des vafäude siehe: graffü
knedlakademii knödelakademie, höhere fachschule für wirtschaftliche frauenberufe
krochn handfeuerwaffe, in geldnöten sein
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lakk abgestandenes alk. getränk, lack
lamentian ein lamento anstimmen, jammern
leachalschas eine kleinigkeit
lewakaas leber- bzw. fleischkäse
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madaln die jungen mädchen
maschekseitn von der anderen seite, von hinten herum u.ä. ungar.: masik, der/die andere
masn meise, glück a masn hobm; jidd.: massel
meiliawa! mein lieber (ein ausruf) meiliawa, dia wea i gebm! (eine drohung oder verheißung)
mentscha die ganz jungen, sehr frechen mädchen
metta moch – verdünnisiere dich
miachtln miefen, stinken
middogsreisch mittagsräusche siehe auch: menüölung
modschgarei genörgel
moschaln mi kents – sobald ihr eure försterferraris (s.a. ferschtaferari) schön eingeparkt habt, könnt ihr mich gern haben ...
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niachd nüchtern
nikolo von dem allseits beliebten, leider allzufrüh, gänzlich verarmt und in geistiger umnachtung verstorbenen wienerliedsänger und -dichter w.v.wizlsperger gegen ende des 20. jahrhunderts geprägte (scherzhafte) ansage für den äusserst schwer zu spielenden 'piccolo' im tarock
noan narren fir a- hoidn zum narren halten, foppen
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oasch podex si den – aufreissn sich sehr bemühen
oaschgräula arschkriecher, schleimer
oawaschl ohr
oawaschlkaktus ???
ogragln ermorden, hals(kragen)abschneiden
oide ehegattin, lebensgefährtin
owedsaan extrem langsam arbeiten, tachinieren
owelaan 'hinabgießen' sich verzweifelt betrinken mus.: ein schlechtes konzert geben
owehaun betrügen, hintergehen
oziagbüdl abziehbilchen du – von an menschn
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pressian mia pressiats ich habs eilig
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raunzn klagen
rean röhren, laut weinen
rean, di röhre, backrohr, penis
reibm reiben unta d nosn reibm jem. etwas unangenehmes deutlich machen
reis mia geed da – ich habe angst
reiss ma oo gehen wir
rozzleffö rotzlöffel, ungezogener bub
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schaas abgehender darmwind; wertlose, unangenehme sache des geed di an – au das hat dich nicht zu kümmern
schani johann franz. jean übertr.: kellnerlehrling, pikkolo,
erfinder des gleichnamigen gartens siehe auch: nikolo
schbeandsln blinzeln, flirten
schbeis speisekammer, aber: leibschbeis leibgericht, lieblingsessen
schbezi spezieller pezi, guter freund des fiadl geed am michl, mein oidn schbezi von da fünfaschdiagn
scheangln schielen
scheabm nachttopf jezz haum ma den – auf jetzt sind wir die benachteiligten; ein irdenes gefäß
wölbt sich über unsere häupter
schdia mittellos, ohne geld
schdialn herumkramen, etwas suchen
schdian starr blicken
schdrawantsn umherschweifen, umherstreunen mhd.: stranzen müßig gehen
schduamgewea sturmgewehr (bis windstärke drei)
schduaschedlad starrköpfig, sturhauptig
schenira schamgefühl one an – scham- oder skrupellos
schmeschdad am ende des lateins angelangt
schnaksln siehe: schuasdan
schdantabe sofort, auf der stelle ital.: stante piede stehenden fußes
schuasdan schustern übertr.: koitieren, schlampig arbeiten dea schuasdad wos dsaum ...
seiarei herumgejammere finn.: seiääjärii todestag
seidl ein seitel bier, 0,33 liter s.a.: griagl
siarig gierig, geizig, verlangend
soagnfoidn sorgenfalte
söchschbegg selch(geräucherter)speck
sott satt, überdrüssig
sudan sich beklagen, jammern
süwafischaln silberfischchen, da sie keiner besonderen pflege bedürfen in wien sehr beliebte haustiere
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tachinian sich vor der arbeit drücken, die geschwindigkeitsbeschränkung beachten
tschako aus einer großformatigen tageszeitung gefalteter hut (maler- und anstreicherInnen)
tschumpas gefängnis(zelle), kotter, beliebter brandinesa in favoriten (10. hieb)
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umischmian jem. etwas unterschieben
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waumpn kugelförmiger dickbauch
waumpada dickleibiger mann
waumpade dickleibige frau
we nicht leistungsfähige person, die es duldet, verachtet zu werden
wischaln harn lassen
wiaschdlbrodarei 'würstelbraterei' wurst-, fett- und süßwarenkiosk
wiaschdlbude überteuertes nobelrestaurant in dem übelriechender, warmer weißwein (schadonee) serviert wird
wiaschdln würste do gibts kane – ausnahmslos
wuaschd wurst, egal
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Dank an:
Maria Hornung und Leopold Swossil
«Wörterbuch der Wiener Mundart» ÖBV Pädagogischer Verlag, Wien 1998